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<title>Moksha</title>
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<p><b>Moksha</b> (<span style="font-style:normal;font-weight:normal"><a href="Sanskrit" title="Sanskrit">Sanskrit</a></span> <style data-mw-deduplicate="TemplateStyles:r185776446">
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</style><span class="Latn" lang="sa-Latn" style="font-weight:normal;font-style:italic">mokṣa</span> m.) oder <b>Mukti</b> bedeutet im <a href="Vedanta" title="Vedanta">Vedanta</a> Erlösung oder Befreiung, Ausbrechen aus dem Kreislauf der Wiedergeburten (<i><a href="Samsara" title="Samsara">samsara</a></i>). Moksha ist in diesem Verständnis das letzte der vier Lebensziele (<i>purushartha</i>). Die anderen sind Wohlstand (<i>artha</i>), Religion, Gesetz oder Ordnung (<i><a href="Dharma" title="Dharma">dharma</a></i>), Lust oder Leidenschaft (<i><a href="Kama_(Indien)" title="Kama (Indien)">kama</a></i>).
</p><p>Diese religiöse Idee eines höchsten Heilsziels gibt es in brahmanischen bzw. vedischen Strömungen des <a href="Hinduismus" title="Hinduismus">Hinduismus</a>. Vergleichbare Ideale finden sich aber auch in anderen Sanskrit-beeinflussten Strömungen, so z. B. in Teilen des <a href="Buddhismus" title="Buddhismus">Buddhismus</a>, <a href="Jainismus" title="Jainismus">Jainismus</a> und <a href="Sikhismus" title="Sikhismus">Sikhismus</a>. Verwandte oder synonym verwendete Begriffe sind <a href="Nirwana" title="Nirwana">Nirwana</a> im Buddhismus und <a href="Kaivalya" title="Kaivalya">Kaivalya</a>.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Beschreibung">Beschreibung</h2></div>
<p><i>Moksha</i> beinhaltet die Befreiung aus der Kette von Geburt, Tod und <a href="Reinkarnation" title="Reinkarnation">Wiedergeburt</a> (<i>samsara</i>) und stellt das letzte Ziel des menschlichen Lebens dar. Zwar gibt es auch im Hinduismus eine Vorstellung vom ‚<a href="Himmel_(Religion)" title="Himmel (Religion)">Himmel</a>‘, den eine Person mit gutem <a href="Karma" title="Karma">Karma</a> nach dem Tod des Körpers genießen kann, dieser ist jedoch nur vorübergehend. Auch beschreiben die Mythen verschiedene ‚<a href="Naraka_(Mythologie)" title="Naraka (Mythologie)">Höllen</a>‘ für Übeltäter, aber die meisten Hindus gehen nicht davon aus, dass jede noch so schwere Verfehlung ewige Wirkung haben könnte. Das Individuum kommt unweigerlich auf die Erde zurück und der Kreislauf von Geburt zu Geburt geht weiter, bis zur endgültigen Erlösung.
</p><p>Dieser Kreislauf (<i>samsara</i>) oder die relative Existenz in der materiellen Welt, wird dabei meist als negativ bewertet, als eine Art von Gefängnis, Illusion, als etwas, an das man gefesselt ist. <i>Moksha</i> bezeichnet die Befreiung aus dieser Bindung. Der Hinduismus meint damit die Befreiung der Seele und ebenso wie im Jainismus, Sikhismus und Buddhismus eine Befreiung vom Ich-Gedanken oder Ego, nach der man einen Dualismus aus Individualität und Nicht-Individualität erleben soll („ich bin, während ich gleichzeitig nicht bin“). Erleuchtung ist auch immer mit Erkenntnis verbunden, die sich auf die Natur dieser Bindung bezieht. In der hinduistischen <a href="Advaita-Vedanta" class="mw-redirect" title="Advaita-Vedanta">Advaita-Vedanta</a>-Philosophie ist es die Erkenntnis, die Welt sei eine Illusion, auch das eigene Ich sei eine Illusion und seiner Natur nach identisch mit dem formlosen Göttlichen, dem <i><a href="Brahman_(Philosophie)" title="Brahman (Philosophie)">brahman</a>.</i> In den <a href="Upanishaden" title="Upanishaden">Upanishaden</a> wird die Seele allerdings dennoch als individuell beschrieben, da sie als Teil des <i>Paramatman,</i> der absoluten Überseele existiert. Die Befreiung vom Ich-Gedanken ist also lediglich die Befreiung von der, durch die materielle Energie (<i><a href="Maya_(Mythologie)" class="mw-redirect" title="Maya (Mythologie)">maya</a></i>) verursachten, Illusion über das wahre absolute Selbst.
</p><p>Ein Problem mit dem Begriff <i>Moksha</i> ist, dass es sich seiner Natur nach um ein Phänomen jenseits des menschlichen Verstandes handelt, also gerade dadurch definiert ist, dass es über ihn hinausgeht. Deshalb sind Beschreibungen der Erleuchtung oft paradox und sind ähnlich wie der Gottesbegriff jenseits rationaler Erklärungen. Ein Großteil der hinduistischen Schriften über <i>Moksha</i> beschäftigt sich mit der Verneinung oder Auflösung mentaler religiöser Konzepte oder Vorstellungen (<i>Ribhu Gita</i>, <i>Ashtavakra Gita</i>, <i><a href="Avadhuta_Gita" title="Avadhuta Gita">Avadhuta Gita</a></i>).
</p><p>Viele Traditionen beschreiben Erleuchtung als einen Zustand der Losgelöstheit, d. h. vom ‚Ich‘ und der Anhaftung an die Welt befreit. Dieser Zustand wird auch als <i>Sackski</i> (Zeugenbewusstsein) bezeichnet. Für einige bedeutet dieser Zustand des Zeugeseins jedoch nur den Anfang, da er noch ein Zustand der Dualität ist. Am Ende jedoch steht demnach die völlige Einheit der Welt im <i>brahman</i>, dem höchsten, formlosen Sein. Der buddhistische Satz aus dem <a href="Mahayana" title="Mahayana">Mahayana</a> „Nirvana ist Samsara“ könnte in die gleiche Richtung deuten. Naturgemäß führt ein solcher Ansatz zu einer weniger negativen Bewertung der Welt, da sie ja als eins und identisch mit Brahman oder Nirvana gesehen wird.
</p><p>Für die Anhänger des Advaita-Vedanta kann <i>Moksha</i> nur während des menschlichen Lebens erreicht werden, nicht nach dem Tode. Es heißt, dass zu diesem letzten Ziel selbst die <a href="Deva_(Gott)" title="Deva (Gott)">Devas</a>, die Himmlischen, erst als Mensch geboren werden müssten, da nur im menschlichen Leben Erlösung erreicht werden kann. Ihr Dasein im ‚himmlischen‘ Zustand ist nicht unendlich. Die Person, die während des Lebens vollkommene Erlösung erfährt, nennt man <i>Jivan Mukta</i> (<i><a href="Jiva" title="Jiva">Jivan</a></i> = Seele, <i>Mukti</i> = Befreiung).
</p><p>Andere dagegen, besonders Gläubige in dualistischen <a href="Bhakti" title="Bhakti">Bhakti</a>-Traditionen, nehmen an, dass man erst nach dem Tod durch Gottes Gnade <i>Moksha</i> erfahren kann. Diese endgültige Erleuchtung nach dem Tode wird als <i>Videha Mukti</i> bezeichnet.
</p><p>Wenn temporäre Erleuchtungserlebnisse gemeint sind, ist meist von <i><a href="Samadhi" title="Samadhi">Samadhi</a></i> die Rede. <i>Sahaja Samadhi</i>, der natürliche Samadhi, ist jedoch identisch mit <i>Jivan Mukti</i>.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Verschiedene_Wege_zur_Erlösung"><span id="Verschiedene_Wege_zur_Erl.C3.B6sung"></span>Verschiedene Wege zur Erlösung</h2></div>
<p>Die brahmanischen bzw. vedischen Traditionen des Hinduismus empfehlen drei, gelegentlich auch vier verschiedene Wege, um <i>Moksha</i> zu erreichen: den Weg der Gottesliebe (<i><a href="Bhaktiyoga" class="mw-redirect" title="Bhaktiyoga">Bhaktiyoga</a></i>), den Weg des Wissens (<i><a href="Jnanayoga" class="mw-redirect" title="Jnanayoga">Jnanayoga</a></i>) und den Weg der selbstlosen Tat (<i><a href="Karmayoga" class="mw-redirect" title="Karmayoga">Karmayoga</a></i>). Die Lehre des <i>Bhaktiyoga</i>, zu dem einige populäre Strömungen des <a href="Vishnuismus" title="Vishnuismus">Vishnuismus</a> ebenso wie des <a href="Shivaismus" title="Shivaismus">Shivaismus</a> gehören, propagiert, dass der Mensch die Gnade Gottes benötige, um Erlösung zu erlangen. Während einige die Meinung vertreten, diese Gnade würde durch liebende Hingabe (<i><a href="Bhakti" title="Bhakti">Bhakti</a></i>) erreicht, gehen andere von der Gnade Gottes aus, die ohne eigenes Zutun erlangt werde.
</p><p>Besonders in den Richtungen des <i>Vaishnava Bhakti Yoga</i>, dem Weg vieler Anhänger von <a href="Vishnu" title="Vishnu">Vishnu</a>, geht es in der Erlösung nicht um die Einheit und Identität des Individuums mit dem <i>Brahman</i>, sondern um Teilhabe und Gemeinschaft mit Gott, ähnlich den Erlösungsvorstellungen des Christentums. Hier wird <i>Moksha</i> als eine Befreiung von der materiellen Existenz nach dem Tode sowie Freiheit von allen mentalen Bindungen verstanden, nicht als Auflösung jeglicher Dualität. Für sie ist <i>Bhakti</i>, die Liebe zu Gott und Gottes Liebe zum Menschen, die einzige Voraussetzung.
</p><p>Der Weg des <i><a href="Jnana_Yoga" title="Jnana Yoga">Jnana Yoga</a></i> geht von der Erlösung durch das Streben nach wahrem Wissen und Erkenntnis aus. Für Vertreter dieses Weges gilt das unerbittliche Gesetz des <i><a href="Karma" title="Karma">Karma</a></i>, wonach die Taten eines Menschen für dessen Erlösung verantwortlich sind. Dies entspricht der Sichtweise des klassischen <a href="Brahmanismus" title="Brahmanismus">Brahmanismus</a> und der Philosophie der <a href="Upanishaden" title="Upanishaden">Upanishaden</a>. Der <i>Advaita <a href="Vedanta" title="Vedanta">Vedanta</a></i> beschreibt in den <i>Mahavakyas</i> die Seele (<i><a href="Atman" title="Atman">Atman</a></i>) als identisch mit <i>Brahman</i>, dem formlosen Höchsten und absolutem Bewusstsein, <i>Ayam Atma Brahma</i>. Sobald man dies erkennt, wird der falsche Gedanke des Ich-Gedankens (<i>Ahamkara</i>), welcher den Atman überlagert, aufgelöst. <i>Moksha</i> bedeutet hier, dass das Individuum erkennt, dass es selbst <i>Brahman</i>, das höchste Göttliche ist.
</p><p><i><a href="Karmayoga" class="mw-redirect" title="Karmayoga">Karmayoga</a></i> oder <i>Karmamarga</i>, der Yoga der Tat, fordert ein Handeln ohne Anhaftung an die Ergebnisse. Oft wird dieser Begriff auch als Weg des selbstlosen Dienstes verstanden.
</p><p>Einige Schulen, wie etwa <a href="Vivekananda" title="Vivekananda">Vivekananda</a>, zählen als vierten Weg zur Erlösung noch <i><a href="Raja_Yoga" title="Raja Yoga">Raja Yoga</a></i> hinzu, zu dem auch <a href="Meditation" title="Meditation">Meditation</a> und <a href="Askese" title="Askese">Askese</a> gehören.
</p><p>Die indische <a href="Brahma_Kumaris" title="Brahma Kumaris">Brahma Kumaris World Spiritual University</a> (BKWSU) sieht in Moksha bzw. <i>Jīvan Mukti</i> einen zentralen Begriff ihrer <a href="Theologie" title="Theologie">Theologie</a>. <i>Jīvan Mukti</i> bedeutet übersetzt: Befreiung im Leben. Gemeint ist damit ein Leben mit <a href="Gott" title="Gott">Gott</a>, sodass der Praktizierende nach langer Übung frei von äußeren und inneren Einflüssen ist. Er führt ein positives, wertorientiertes Leben, den Mitmenschen zugewandt. Es ist jedoch zuerst von der emotionalen Nähe und liebevollen Beziehung zu Gott bestimmt. Der Eine ist für die religiös-spirituelle Gruppierung ein weißer Lichtpunkt mit ovaler, goldroter <a href="Heiligenschein" title="Heiligenschein">Lichtaura</a>.
</p><p><i>Moksha</i> bzw. <i>Jīvan Mukti</i> erfährt das Mitglied, wenn es sich dem geistigen <i><a href="Brahma_Kumaris#Raja_Yoga" title="Brahma Kumaris">Raja Yoga</a></i> der <i>Brahma Kumaris</i> widmet mit dem Ziel, sein Leben zu meistern. Die Welt der Erlösung, d. h. ohne Leid und Körper, ist für die <i>Brahma Kumaris</i> eine <a href="Brahma_Kumaris#Die_jenseitige_Lichtwelt" title="Brahma Kumaris">jenseitige Lichtwelt</a>, von ihnen der Höchste Ort (<i>Paramdham</i>) genannt, eine Lichtdimension ohne Schall. Das Ziel aller meditativen Bemühungen ist nicht die endgültige Erlösung wie im Buddhismus.
</p><p>Im Buddhismus ist die übliche Bezeichnung für Erlösung <a href="Nirwana" title="Nirwana">Nirvana</a>. Im Jainismus sind sowohl <i>Moksha</i> wie <i>Nirvana</i> gebräuchlich; ihre Verwendung ist austauschbar.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Siehe_auch">Siehe auch</h2></div>
<ul><li><a href="Apokatastasis" title="Apokatastasis">Apokatastasis</a></li></ul>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Literatur">Literatur</h2></div>
<ul><li>Ramesh Balsekar: <i>Duett der Einheit. Der Ashtavakra-Gita-Dialog.</i> Context, Bielefeld 1991, ISBN 3-926257-08-3.</li>
<li>Wolfgang Schellhorn (Übersetzung und Bearbeitung): <i>Avadhuta Gita. Gesang eines Erleuchteten.</i> Lüchow, Freiburg im Breisgau 2001, ISBN 3-925898-75-1.</li>
<li>H. Ramamoorthy, Nome (Übersetzung): <i>The Song of Ribhu. The English translation of the Tamil Ribhu gita.</i> Society of Abidance in Truth, Santa Cruz 2000, ISBN 978-0-9703667-0-2.</li></ul>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Weblinks">Weblinks</h2></div>
<div class="sisterproject" style="margin:0.1em 0 0 0;"><div class="noviewer" style="display:inline-block; line-height:10px; min-width:1.6em; text-align:center;" aria-hidden="true" role="presentation"><span class="mw-default-size" typeof="mw:File"><span title="Wikisource"></span></span></div><b><a href="https://de.wikisource.org/wiki/en:Ashtavakra_Gita" class="extiw external" title="s:en:Ashtavakra Gita">Wikisource: Ashtavakra Gita</a></b> – Quellen und Volltexte (englisch)</div>
<div class="sisterproject" style="margin:0.1em 0 0 0;"><span class="noviewer" style="display:inline-block; line-height:10px; min-width:1.6em; text-align:center;" aria-hidden="true" role="presentation"><span class="mw-default-size" typeof="mw:File"><span title="Wiktionary"></span></span></span><b><a href="https://de.wiktionary.org/wiki/Moksha" class="extiw external" title="wikt:Moksha">Wiktionary: Moksha</a></b> – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen</div>
<ul><li><a rel="nofollow" class="external text" href="https://www.pushpak.de/ashtavakra/">Die Ashtavakra Gita</a> (deutsche Übersetzung)</li></ul></div><!--htdig_noindex--><div><div class="zim-footer">
Dieser Artikel wurde von <a class="external text" title="Zuletzt bearbeitet am 2026-01-06" href="https://de.wikipedia.org/wiki/?title=Moksha&oldid=263099374">Wikipedia</a> herausgegeben. Der Text ist unter <a class="external text" href="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0/deed.de">Creative Commons Attribution-Share Alike 4.0</a> verfügbar, sofern nicht anders angegeben. Für die Mediendateien können zusätzliche Bedingungen gelten.
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